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  Tipps für Eltern   Mein Kind will Geige lernen - was nun?

Die meisten wissen irgend etwas zum Thema Geige beizutragen. Kein Wunder, ist es ja auch das Instrument in unserem Kulturraum mit der erstaunlichsten Geschichte. Auch was die Preis betrifft, die manche Geigen erzielen ist man durch die Medien informiert. Werden doch "Stradivaris" in Millionenhöhe gehandelt.

Aber was bedeutet das nun für mich bzw. den jungen Schüler? Welches Instrument ist für ihn geeignet? Wieviel sollte man ausgeben? Wieviel muss man investieren?

Zunächst einmal sollte man mit dem weit verbreiteten Irrtum aufräumen, dass ein schöner Geigenton in erster Linie vom Instrument abhängig ist. Tatsache ist, dass der Ton in erster Linie vom Spieler und seinen (gut ausgebildeten Fähigkeiten) abhängt.

Welchen Anforderungen sollte demnach eine Schülergeige erfüllen? Nun, in erster Linie, darf sie den Bemühungen des Lehrers und Schülers keinen Widerstand leisten. Das heißt, der Schüler sollte keine unnötige Energie damit verschwenden müssen, die Hemmnisse seines (ungeeigneten) Instrumentes überwinden zu müssen.

Vielmehr sollte er seine ganze Kraft und Aufmerksamkeit der Ausbildung seiner technischen und musikalischen Fähigkeiten widmen können. Im Klartext heißt dies, die Geige sollte einfach zu stimmen sein, die Stimmung gut halten und die Abmessungen (Mensuren) des Instrumentes sollten der gängigen Norm entsprechen. Die Saiten müssen leicht ansprechen und einen vollen Ton entwickeln. Überdies sollte sie solide gebaut sein.

Was bedeutet das?

Zum einen sollte es sich nicht um ein "gepresstes" Instrument handeln. Die Wölbungen der Decke und des Bodens sind bei solide verarbeiteten Geigen ausgearbeitet. Das heißt mit Hobel und Stemmeisen werden diese Wölbungen geschaffen. Man kann sich leicht vorstellen, dass solche Instrumente von vornherein etwas mehr kosten, als solche bei denen das Holz einfach mit Gewalt in diese Form gepresst wird.

Außerdem muss z. B. der Hals gerade eingebaut sein, das Holz darf nicht in sich verworfen sein. Dazu ist es wieder nötig, abgelagertes Holz zum Bau zu verwenden. Bitte bedenken Sie, dass Geigen, die aus kaum abgelagerten Holz gebaut sind, später leicht Risse bekommen, sich verwinden usw. Damit wird das Instrument wertlos, und man hat im Endeffekt kein Geld gespart.

Es werden immer mehr Sets, bestehend aus Geige, Bogen, Etui und Schulterstütze für unter 100 Euro angeboten. Bitte bedenken Sie bei aller Verlockung ob des "günstigen" Angebotes, dass ein vernünftiger Saitensatz schon ca. 50 Euro kostet. Sicher haben diese Billig-Sets eine gewisse Berechtigung, z. B. um mal eben auszuprobieren ob man sich überhaupt dem Geigenspiel widmen will usw., aber auf eine Dauerlösung ist diese Wahl nicht.

Bitte bedenken sie, dass sich diese Verarbeitungsdetails stets auf die Spielbarkeit des Instrumentes auswirken und damit direkt auf den Lernerfolg ihres Kindes.

Was hat es mit Mensuren auf sich?

Mensuren sind die Maße, nach denen das Instrument gebaut wurde. Heute sind diese recht einheitlich und erleichtern dadurch das Erlernen einer guten Intonation auf der Geige. Daher sollten sie bei einer guten Schülergeige ziemlich exakt eingehalten sein.

Hier einige Beispiele (bezogen auf eine 4/4-Geige):

Die schwingende Saitenlänge (vom Obersattel bis zum Steg) sollte 32,5 cm sein. Der Korpus sollte ca. 35,5 – max. 36 cm lang sein. Die Höhe des Steges (an der höchsten Stelle) sollte 3,2 bis 3,4 cm sein. Der Abstand des Griffbrettes zur Decke (am untere Ende des Griffbrettes) sollte 2,0 – 2,2 cm sein.

An dieser Stelle scheint es angebracht zu sein auf die Frage einzugehen: Soll ich mich für ein neues oder ein altes Instrument entscheiden? Mit alten Instrumenten sind nicht etwa neu gebaute aber "gebrauchte" Geigen gemeint, sondern 30 – 150 Jahre alte Instrumente.

Abgesehen von dem Reiz, den alte Instrumente oft ausüben, sollte man hier genau die gleichen Maßstäbe ansetzen, wie eben aufgezeigt. Also auch hier ist auf die Mensur, die Stimmbarkeit usw. zu achten. Findet man eine alte Geige, die all diese Anforderungen erfüllt, dann kann es durchaus sein, dass man mit ihr sehr gut bedient ist. Allerdings ist der Suchaufwand und meist auch der Anschaffungspreis höher. Letztlich kommt es für den Schüler nicht so sehr darauf an. Wichtig ist, dass das Instrument grundsätzlich in Ordnung ist und den genannten Anforderungen entspricht.

Das Tonpotential des Instrumentes ist am Anfang von nicht allzu großer Bedeutung, wiewohl natürlich eine schlecht eingestellte Geige, die schrill klingt oder schlecht anspricht, nicht gerade zur Freude und damit zur Motivation beiträgt.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man dem Bogen widmen. Er ist das Bindeglied zwischen Arm (Körper) und Instrument. Mit dem Erwerb eines absoluten Billigbogens hätte man an der falschen Stelle gespart. Die wichtigsten Eigenschaften eines guten Bogens sind: Spannkraft, Flexibilität und gute Balance. All das erleichtert das Violinspiel bzw. macht es erst möglich. Da die Bewegungsabläufe beim Geigen schon komplex genug sind, sollten sie nicht durch einen unzureichenden Bogen behindert werden.

Auch der Wahl der Saiten muss Aufmerksamkeit geschenkt werden. Mit Stahlsaiten wie sie oft auf Billiggeigen zum Einsatz kommen kann einem die Freude am Spiel vergällt werden. Zum einen sind sie schwieriger zu stimmen, zum anderen erwecken sie den Eindruck, man muss Kraft und Druck ausüben, um eine Tonverbesserung zu erzielen. Es gibt heute eine Reihe moderner Saiten, die sowohl von der Leichtigkeit und Effektivität, sowie vom Stimmverhalten und vom Ton her sehr befriedigende Leistungen bringen.

Für einen solchen Saitensatz sollte man je nachdem 20 - 70 Euro einplanen. Wenn man ein Set ersteht sollte man nicht unbedingt die bereits aufgezogenen Saiten akzeptieren. Empfehlenswerte Saiten sind z. B. Pirastro Tonica oder Dominant Saiten. Diese haben ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Zum Schluss dieser kleinen Abhandlung noch eine grundsätzliche Anmerkung:

Wenn man bei Geigen auf Qualität achtet, sollte man sich immer vor Augen führen, dass bereits e i n minderwertiges Glied in der Kette (z. B. unbrauchbare Saiten) alle andere positiven Qualitäten (z. B. gutes Instrument, guter Bogen) wieder neutralisieren mindestens jedoch beeinträchtigen können.

Deshalb ist es so wichtig, die Dinge im Ganzen zu betrachten und ihnen in ihrem Wechselspiel Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Entscheidung, 80 Euro oder mehr als 400 Euro auszugeben, mag nicht einfach sein und kann Ihnen auch niemand abnehmen. Aber wenn Sie es Ihrem Kind ermöglichen, mit Freude Violine zu lernen, wird es ein Leben lang Musik als Begleiter haben, denn die Faszination auf vier Saiten einen ganzen Kosmos an Gefühlen ausdrücken zu können ist groß und eine herrliche Abwechslung in unserer technisierten Welt.

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Welche Instrumentengrösse für welches Alter?- wichtige masse

 

Größe Alter in Jahren* Bogenlänge (ohne Endschraube) in cm* Korpuslänge des Instrumentes in cm*
Violine 1/32   -  
  1/16 4 43,3  
  1/10   46,3  
  1/8 5-6 49,3  
  1/4 6-8 55,3 27,5-29,5
  1/2 8-10 61,3 31,5-33,5
  3/4 11-12 67,3 33-35
  4/4 ab 12/13 73,3 35-36
         
Viola     74,3  
         
Cello 1/16   48,5  
  1/8   53,5  
  1/4 8-9 58,5 58,0
  1/2   61,7 65,0
  3/4 10-11 67,3 69,0
  4/4   71,0 76,0
         

Kontrabass

 dt. Modell

 

1/4

 

 

69,0

 
  1/2   71,8  
  3/4   74,7  
  4/4   78,0  

* alle Werte erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es sind lediglich Richtlwerte, die aus jahrelanger Erfahrung gewonnen wurden.

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Der Streichinstrumentensteg

Der Steg hat entscheidenden Einfluss auf den Klang des Instrumentes. Er ist mehr als ein Stück Holz. Der Steg muss individuell dem Griffbrett, der Wölbung, der Instrumentenart und der Spielerart des Musikers angepasst sein, um die idealen Voraussetzung für Spieler und Klang zu schaffen. Die Höhe, die Stärke und die Art des Holz spielt eine Rolle, da der Steg den Klang direkt auf die Decke überträgt.

Der Steg sollte ab und zu gerichtet werden. Die Saiten sollten sich nicht zu tief in den Steg einschneiden. Sonst kann eine schlechte Ansprache die Folge sein.

Stegrohlinge und Bearbeitungswerkzeug finden Sie in unserem eBay-Shop

Mit folgenden wenigen Handgriffen können Sie den Steg platzieren:

1. Drehen Sie den Steg so, dass die höhere Seite links ist.

2. Lockern Sie bitte die Saiten so, dass genügend Spielraum vorhanden ist, den Steg aufzustellen. Nehmen Sie nun die Geige so, dass der Wirbelkasten oben ist.

3. Setzten Sie den Steg auf der Höhe der F-Lochkerben auf.

4. Nun die Saiten vorsichtig spannen. Bitte dabei darauf achten, dass der Steg gerade stehen

bleibt und auch nicht in sich verbogen wird. Gegebenenfalls den Steg etwas aufrichten.

5. Nun können Sie die endgültige Stimmung der Saiten vornehmen.

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echt oder falsch?

Alte Streichinstrumente – wohl kaum ein Streicher kann sich dem Reiz entziehen, den sie ausüben. Sie inspirieren die eigene Spielweise und erfreuen das Ohr.

Die Bäume, aus denen die Violinen entstanden, wuchsen vielleicht gerade, als Johannes Gutenberg den Buchdruck erfand oder als Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzte.

Von einem verständigen Geigenbauer beurteilt und für gut befunden, wurde das Holz jahrelang – oft jahrzehntelang – gelagert. Manchmal von Generation zu Generation weitergegeben, bis es schließlich zu einer Violine geformt wurde.

Kein Wunder also, dass dieses knappe Gut alter Instrumente heute begehrt und hoch gehandelt wird.

Man steht nun vor dem Problem, das passende Instrument auszuwählen. Wie es im Preis – Leistung - Verhältnis zu beurteilen und auf Echtheit zu prüfen ist.

Fangen wir mit der Echtheit an. Was ist echt? Oder – was gilt heute als echt?

Zu der Zeit, als die Werke geschaffen wurde, war es dem Erbauer meist gar nicht so wichtig, seinen Namen in Form eines Zettels zu hinterlassen. Diesen Umstand kann man unter anderem daran ablesen, dass bewusst Zettel mit Druckfehlern oder veralteten Jahreszahlen verwendet wurden. Oft wurden auch die Zettel vom Vater übernommen und aufgebraucht. Man fand es einfach nicht für nötig hier eine Korrektur vorzunehmen, da man keinen besonderen Wert darauf legte. Eine Produkt - Imagepflege, wie sie heute betrieben wird, war damals weitgehend unbekannt. Erst später wurde immer mehr Wert auf die Authentizität eines Werkes, sei es im Instrumentenbau oder in der Kunst, gelegt. Dies geht mit dem seit der Französischen Revolution und der modernen Philosophie veränderten Denken und dem damit verbundenen Stellenwert der Kunst und des Individuums einher.

Auch wurden die Instrumente damals, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bei weitem nicht so hoch gehandelt wie heute. Als dann schließlich bestimmte Stars auftraten, wie z.B. Paganini, begann die Nachfrage nach bestimmten "Marken", wie z. B. Guarneri. Dies trieb natürlich im Laufe der Zeit den Preis in die Höhe. (interessanterweise waren vor Paganini die Geigen der Guarneri gar nicht so begehrt. Manch ein Straßenmusiker soll damals sogar eine gespielt haben).

Mit den steigenden Preisen kamen natürlich auch handfeste materielle Interessen zum Vorschein. Ein Copyright im heutigen Sinne gab es natürlich nicht. Ein Geigenzettel ist auch nicht gerade schwer auszutauschen, nachzuahmen oder zu verfälschen und so war es einem manchen nicht möglich, der Versuchung zu widerstehen, eine Guarneri oder Stradivari "herzustellen".

Da die Instrumente oftmals schnell von Hand zu Hand gingen, ist auch kaum mehr nachzuweisen, wer sie gebaut hatte. Anders als bei Gemälden, die schon seit Jahrhunderten beispielsweise im Vatikan sind – und dadurch eindeutig dem Künstler zuzuordnen sind, lassen sich eben die Violinen, Celli und Violas nicht so einfach, wenn überhaupt, bis zum Erschaffer zurückverfolgen.

Wie sollte es nun auch zu erklären sein, dass heute nur ca. 30 altitalienische Geigenbauer durch ihre Werke populär oder zumindest bekannt sind und sich die hunderte anderen nicht dieser Beliebtheit erfreuen? Geschweige die Frage aufzuwerfen, wo deren Instrumente geblieben sind.

Wir erwähnten bereits den Zettel. Man kann ihm in aller Regel nicht vertrauen und dessen sollte man sich beim Kauf einer alten Geige stets bewusst sein. Scherzhaft wurde schon gesagt, der Zettel sage wenigstens schon mal aus, was es nicht ist.

Was ist also eine "echte" Geige? Nun das kommt darauf an, in welchem Sinne man dieses "echt" gebrauchen möchte. Man könnte natürlich sagen, echt ist sie dann, wenn sie mit Sicherheit einem bestimmten Meister zugeordnet werden kann.

Dabei gilt zu berücksichtigen, dass auch ein "echtes" Instrument, verfälscht sein kann. Nämlich dann, wenn es in wesentlichen Teilen (Decke, Boden, Zargen, Lack und Schnecke) im Laufe der Zeit bewusst oder unbewusst so verändert worden ist, dass man nun nicht mehr guten Gewissens von einem Original sprechen kann.

So kommen wir vom Terminus Original über Verfälschung zum Begriff Kopie. Hier müssen wir sehr differenziert vorgehen. Die Schaffung einer Kopie als solches ist wertfrei in Bezug auf Ehrlichkeit oder Betrug. Betrug wird es erst dann, wenn man sie als "Original" verkaufen möchte.

Eine Kopie kann dabei vom Original kaum unterscheidbar sein. Hierfür bekannt sind z. B. die Gebrüder Voller (England). Sie fertigten eine Kopie einer Stradivari an, die von einer ganzen Reihe Experten für echt gehalten wurde und auch entsprechende Zertifikate bekam.

Die Vollers verkauften aber besagtes Instrument als eine "Stradivari-Kopie. Es handelte sich also nicht um eine Fälschung. Einige Zeit später tauchte diese Geige aber als eine mit Expertisen von namhaften Experten versehene "Stradivari" auf dem Markt auf. Aus der Kopie wurde eine Fälschung – vorgenommen durch irgendeinen habgierigen Händler. Aufgeflogen ist dies nur, weil William Voller, der eigentliche Hersteller eine Eidesstattliche Erklärung abgab, das er der Erbauer dieser Sradivari – Kopie sei.

Also, aus einer Kopie wird erst dann eine Fälschung, wenn sie als etwas verkauft wird, was sie nicht ist.

Der Begriff Kopie kann noch erweitert werden – und zwar im Sinne einer Modellwahl. Es sind ja viele z. B. böhmische Instrumente im Umlauf, die einen Stradivari Zettel haben. Diese im weitesten Sinne Kopien, sind praktisch in Anlehnung eines sozusagen linienreinen Originals gebaut worden.

Echte Originale, im Sinne epochaler Weiterentwicklungen freilich gibt es nur wenige. Es waren dies insbesondere die Werke der Amati, Stradivari, Guarneri und nicht zuletzt auch des großen Tiroler Meisters, Jakob Stainers.

Viele Generationen betrachteten deren Werke als Ideal, dem es nachzueifern galt. Natürlich nicht ohne ihren Violinen den Stempel der Individualität der eigenen Stil- und Handwerkskunst aufzuprägen.

Dieser kleine Exkurs soll zeigen, wie wichtig es ist, mit den Begriffen Original, Kopie, Verfälschung und Fälschung vorsichtig und ehrlich umzugehen. Denn auch jede böhmische Fiedel eines x-beliebigen Herstellers ist eben auch ein Original – eine original böhmische Geige eben...

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Der Streichbogen

Natürlich gibt sehr viel über die verschiedenen Bögen für Violine, Viola, Cello und Kontrabass zu sagen. Deshalb sollen hier einige wichtige Begriffe und Kenntnisse kurz vermittelt werden.

Grundsätzlich sollte man bei der Auswahl eines Bogens immer sorgsam vorgehen, da der Bogen gewissermaßen der Mittler zwischen Musiker und Instrument ist.

Der Streichbogen gestattet dem Spieler die sichere Ausführung der unterschiedlichsten Stricharten. Dies stellt hohe Ansprüche an Elastizität, Flexibilität und Gewichtsverteilung der Bogenstange.

Man bedenke auch, dass selbst der Streichinstrumentenbogen als solches ein echtes kunsthandwerkliches Meisterprodukt der Spitzenklasse sein kann und sich dafür natürlich auch bereits ein echter Sammlerkreis gebildet hat.

Hohe Qualität eines Bogens kann durch peinliche Sorgfalt in der Arbeit, sachkundige Materialauswahl und das Beachten mathematischer Gesetzmäßigkeiten bei der Stärkedimensionierung der Bogenstange garantiert werden.

Hier nun erst einmal ein kleiner Einstieg in die "Bogenkunde":

string bow

We have a lot to say about violin, viola, cello and bass bows.

Please have a look at some enclosed terms.

Basically: Select your bow carfully! String bow is the bridge between musician and instrument.

Bow assists to different bowing pattern. Claims to elasticity, flexibility and good distribution of weight .

Please consider: string bow can be a great master piece of art in top class.

Guarantee for high quality are special diligence in bowmaking, carfully and competendly selection of material and some mathematical principles.

Here are some terms:

Die Stange des modernen 4/4 Violinbogens beträgt gegenwärtig ca. 73 cm. Die Stangenlänge des Bratschenbogens liegt etwas darüber und die des Cellobogens etwas darunter (bei ca. 70 cm).

Die Bogengewichte sind recht unterschiedlich und werden vom Spieler individuell ausgesucht. Violinbögen liegen derzeit oft zwischen 58-65g, Bratschenbögen um 70-75g und Cellobögen um 80-85g.

Wichtiger als das genaue Gewicht eines Bogens ist für den Spieler, wie der Bogen ´in der Hand liegt´. Dazu sind vor allem die Gewichtsverteilung über die Länge der Stange und die Lage des Schwerpunktes verantwortlich.

Die Güte eines Bogens hängt wesentlich vom Material ab, dessen Elastizität und Festigkeit sehr große Unterschiede aufweisen kann!

Für die Herstellung der Bögen verwendet man für alle besseren Qualitäten ausschließlich tropische Farbhölzer aus der Familie Caesapinia, die vor allem aus Südamerika und Südostasien stammen. Sie werden gemeinhin Brasilholz genannt. Die beste Sorte liefert die Caesalpina crista (Fernambukholz/Pernambukholz).

Der Bogen besteht im wesentlichen aus drei Teilen: Stange, Frosch und Bezug. Die Stange ist meist zur Aufnahme des Frosches am unteren Ende achtkantig ausgebildet und behält diesen Querschnitt (oder wird rund) während sie sich bis zum Kopf hin verjüngt. Dabei verringert/verjüngt sich der Durchmesser der Stange nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten allmählich bis hin zur schmalsten Stelle, dem Hals.

Das kunsthandwerkliche Können des Bogenmachers wird vor allem am Kopf des Bogens deutlich. Er kann ein echtes Schmuckelement darstellen. Er ist die "persönliche Handschrift" des Meisters, besonders was die makellose Form des fein gearbeiteten Kopfes und deren ausgewogene Linienführung betrifft.

Für die Bewicklung ist Draht wegen der besseren Haltbarkeit Gespinsten vorzuziehen. Hierbei wird oft Neusilber, Silber oder Gold verwendet. Besonders dauerhaft sind Bewicklungen aus Fischbein. Fischbein ist eine hornartige Substanz aus den Barten des Wales.

Der Frosch des Bogens wird in der Regel aus Ebenholz gefertigt. Dieses sollte eine feine, fast porenlose Struktur und eine tiefschwarze Farbe aufweisen. Der Frosch kann aber auch aus Elfenbein, Büffelhorn, Bernstein, Schildpatt oder für billige Bögen auch aus Ersatzstoffen gearbeitet sein. Der Frosch ist auf der Froschbahn an die Stange montiert. Am hinteren Ende des Frosches befindet sich der Knopf/Beinchen. Auch dieses kann kunstvoll verziert sein.

Bogenstangen sind im allgemeinen mit einer dünnen Lackpolitur überzogen oder bleiben natur belassen, d.h. sie werden nur geölt und geschliffen.

Der Bezug besteht aus ca. 150 ausgesuchten Hengsthaaren. Häufig gespielte Bezüge verlieren mit der Zeit Haare, wodurch sich die Stange verziehen kann -  bitte rechtzeitig austauschen lassen.

Um die Elastizität und die Spannung der Bogenstange zu erhalten wird der Bogen nach dem Spielen abgespannt /entspannt. Man entspannt die Stange so weit, dass die Bogenhaare weder straff sind noch lose hängen. Ein gutes Maß ist erreicht, wenn die Haare "geordnet" sind.

Ab und zu wird die Bogenstange nach dem Spiel mit einem trockenen, weichen Tuch gereinigt. Die Haare sollten dabei nicht angefasst werden. Manchmal reißen ein paar Bogenhaare. Das ist ein natürlicher Prozeß. Gerissene Haare werden abgeschnitten. Bogenhaare nicht am Ende abreißen, da sich ansonsten die abgebundenen Haare im Kästchen lösen können.

Je nach Spieldauer und -intensität sollten die Bogenhaare ungefähr alle zwei Jahre ersetzt werden. Berufsmusiker wechseln den Haarbezug jährlich.

Die Kopfplatte schützt den Bogenkopf und übernimmt die Spannung vom Kopfkeil. Sollte die Kopfplatte beschädigt sein, muss sie zum Schutz des Bogens ersetzt werden.

 

Modern stick of violin bow (4/4) is approx. 73 cm (28,74 inch). Stick from Viola bow is a little bit longer and from cello bow a little bit shorter (approx. 70 cm (27,56 inch).

Weight of bow is individually. Player can choose the right weight for himself. Today violin bows weigh between 58-65g, viola bows approx. 70-75g and cello bows approx. 80-85g.

Good and comfortable handling is of more importance than weight. Good handling depends on balance and weight distribution and the point of balance.

Quality of string bows depends on material. There are important differences in elasticity and strength.

Bow maker use tropically color wood from family Caesapina (South America, South Asia). This wood is called brazil wood. Best kind of wood is pernambuco wood.

There are three constituents - stick, frog and hank of hair.

Mostly stick is octagonal on the (frog) end. Then stick goes strait to head.

Head shows the mastery by bowmaker master. It can be really a juwel of brilliant achievement.

Head is the "sign" of master - especially the balanced line.

Because of durability most bowmaker prefered wire for winding.  Often german silver (= nickle silver), sterling silver or gold is used.

Frog is from ebony wood normally. Ebony wood should be from fine structure and deep black color. Likewise frog can be from ivory, buffalo horn, amber, tortoise shell or ( for low-quality bows) from surrogate.

Mostly sticks are protected by varnish. Only some bows keep natural. This bows only oiled and polished.

Hank of hair is from approx. 150 selected horse hairs. 

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DER GEIGEN-BOGEN-BAUM

Was für Deutschland die Eiche ist, ist der Fernambukbaum (Caesalpina echinata) für Brasilien.

Dabei ist er ein überraschend unscheinbares Gewächs von relativ langsamen Wuchs.

Der Fernambukbaum (Caesalpina echinata) ist eine mittelgroße Baumart aus der Familie der Leguminosea. In Brasilien wird dieser Baum Pao - Brasil genannt. Diese Baumart ist fast über die ganze "Mata Atlantica", den Atlantikwald von Brasilien verbreitet. Klima, Standort und natürlich die Beschaffenheit des Bodens bestimmen das Wachstum des Baumes. Junge Bäume bestehen überwiegend aus hellem Splintholz. Erst nach ca. 20 (!) Jahren bildet sich das typische gelbe bis rotbraune Kernholz, das dann schließlich im Bogenbau Verwendung findet.

Seine Verdienste um die Kunst und Kultur des Abendlandes sieht man ihm nicht an. Seit den Tagen Tourtes (1746 - ca. 1807) ist Fernambuk aus dem Bogenbau nicht mehr wegzudenken. Aufgrund der besonderen Eigenschaften dieses Holzes eignet es sich hervorragend zu dieser Verwendung. Es hierbei vor allem auf die Dichte des Materials und die Stabilität an. Im Laufe der Zeit wurden verschiedenen heimische und exotische Hölzer im Bogenbau verwendet. Doch überragend durchgesetzt hat sich das Holz unter dem Namen Fernambuk oder Pernambuco.

Die Bogenbauer sind auf Pernambuco-Holz angewiesen, ein gleichwertiges Austauschholz gibt es nicht. Kaum ein anderes Holz eignet sich so gut für Bögen, und für gute Bögen wird kaum ein anderes Holz verwendet - seit bald einem Vierteljahrtausend.

Von Anfang des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Fernambuk hauptsächlich wegen seiner roten Farbe nach Europa gebracht. Im Bogenbau ist dieses Material ab Mitte des 18. Jahrhunderts nachweisbar. Wie gesagt waren die Brüder Tourte mit die Ersten, die davon regen Gebrauch machten, weil sie die besonderen Eigenschaften des Holzes und deren Verwendung im Bogenbau erkannten.

Man kann sich vorstellen, dass damals eine riesige Auswahlmöglichkeit an diesem Holz bestand - wurde es doch stämmeweise wegen seines Farbstoffs importiert. Jedenfalls - nach relativ kurzer Zeit hatte das Fernambuk bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts alle anderen Materialien aus dem Bogenbau weitestgehend verdrängt. Es hat sich einerseits wegen seiner Klangqualitäten (Schwingverhalten usw.) und durch seine mechanischen und physikalischen Eigenschaften für Bogenstangen bestens bewährt. Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert.

Die Gesamtheit seiner spezifischen Eigenschaften wie

- Festigkeit

- Flexibilität

- spezifisches Gewicht

- Haltung der Biegung

- und nicht zuletzt seine Schönheit

überzeugen Musiker auf der ganzen Erde.

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Was bringt mir ein Barockinstrument?

Die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts wurde meist bei Hofe oder – falls es sich um geistliche Werke handelte – in Kirchen aufgeführt. Überwiegend im kleinen Kreise, verglichen mit den heute üblichen Konzertsälen. Zu diesem kleinen Kreis darf ebenso die Hausmusik gerechnet werden.

Die Streichinstrumente der damaligen Zeit hatten aufgrund ihrer Bauweise und Besaitung (reine Darmsaiten) eine Klangfarbe, die heute nur noch selten zu hören ist. Oder doch wieder öfter – aber dazu später mehr.

Die Komponisten der damaligen Zeit, wie Vivaldi, Bach oder andere, waren selbst auch Instrumentalisten. Sie schufen also ihre Werke wahrscheinlich im Bewusstsein des damaligen Instrumentenklanges. Den Reiz nun, die Musik so zu erleben und/oder zu spielen, wie sie damals gedacht wurde, veranlasst immer mehr Streicher auf historische Instrumente, seien es alte, alte zurückgebaute oder im barocken Stil neu gebaute Geigen, Bratschen und Celli zurückzugreifen.

Dieses Experiment kann in Verbindung mit einem entsprechenden Bogen sehr aufschlussreich, faszinierend und lohnend sein.

Wie waren die Streichinstrumente nun damals beschaffen? Augenfällige Unterschiede zur modernen Ausführung erschließen sich schon bei äußerlicher Betrachtung. Der Hals z. B. einer Geige war kürzer; meist ebenso das Griffbrett. Der Hals wurde in einem viel flacheren Winkel als heute angebracht.

Daher stammen auch die typischen, keilförmigen Lackabnutzungen auf der Violinunterseite – da das Instrument "ausschaukelte".

Aber auch im Innern können wir Abweichungen feststellen. So war der Bassbalken schwächer ausgelegt. Durch den flacheren Winkel des Halses liefen die Saiten in einem flacheren Winkel über den folglich niedrigeren Steg, sodass der Druck der Saiten auf die Decke nicht so stark war. Außerdem verwendete man damals Darmsaiten (auch die E – Saite), die wesentlich weniger Spannung aufwiesen wie heutige Saiten.

All das – der geringere Druck des Stegfußes auf die Decke, sowie der kleinere Bassbalken – hatte zu Folge, das die Geigen des 16. / 17. Jahrhunderts leiser, lieblich und zart klangen.

Wie kam man nun dazu, nach Jahrhunderten die Geige wieder weiter zu entwickeln? Umwälzende politische Ereignisse liefern hierfür ein Erklärungsmodell.

Wie Eingangs erwähnt, musizierte man in kleinerem Rahmen. Als aber unter anderem durch die Französische Revolution ein neues Denken in Europa entfesselt wurde, veränderte sich auch die musikalische Aufführungspraxis. Musik war nun nicht mehr nur etwas, was bei Hofe, in Kirchen oder als Hausmusik Verwendung fand. Musik nahm einen festen Platz in der geistigen Erneuerung des Denkens vor allem auch des gewöhnlichen Volkes ein. Die Religiosität und Schicksalsergebenheit wichen der Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur. So wurden prächtige, tempelähnliche Konzertsäle gebaut in denen und durch die dem neuen Geist gefrönt wurde.

 

Komponisten schrieben Solowerke für Streichinstrumente und all dies erforderte ganz salopp gesagt "lautere" Instrumente. So kam es dazu, dass die Violine, wie wir sie heute kennen, in erster Linie eine französische Weiterentwicklung war. Im Übrigen machte diese Veränderung der Anforderungen auch vor den Streichbögen nicht halt. Es ist daher kein Zufall, das der moderne Streichbogen von dem Franzosen Tourte entwickelt wurde und das französische Bögen bis zum heutigen Tag die begehrtesten auf der Welt sind.

Aber zurück zu unseren Instrumenten. Man fing nun an, alle Geigen, Violas und Violoncelli deren man habhaft wurde umzubauen. Ein längeres Griffbrett um den Tonräumen moderner Kompositionen gerecht zu werden. Der Halswinkel wurde verändert, dadurch wurden die Stege höher und somit auch der Druck auf die Decke, was eine bessere Anregung des Klangkörpers zur Folge hatte, sowie die Verwendung größerer und stärkerer Bassbalken. Spätestens von dieser Zeit an waren die flachen Instrumente bevorzugt. Sie ließen sich leichter anpassen und kamen aufgrund ihrer Bauweise dem neuen Tonideal näher. Außerdem waren sie robuster und somit in noch größerer Zahl vorhanden.

Diese Entwicklung führte zu den Streichinstrumenten, wie wir sie heute kennen und lieben. Mit diesem Klangideal wurde nun auch die Musik des 16./ 17. Jahrhunderts gespielt. Und die feinen Nuancen und Schönheit der barocken Klangwelt gerieten weitgehend in Vergessenheit.

Durch eine immer stärker werdenden Tendenz der Rückbesinnung auf die Schönheit, Geistigkeit und Tiefe alter Musik, kommt es nun, dass das Musizieren auf Barockinstrumenten immer mehr Freunde gewinnt.

Alte, unveränderte Geigen sind jedoch nur sehr selten erhältlich und meist sehr teuer. Zurückgebaute Instrumente schon eher. Was versteht man unter zurückgebauten Instrumenten? Wie schon erwähnt, wurde Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts alles an Geigen umgebaut was nicht niet- und nagelfest war. Natürlich wurden dadurch etliche gute Stücke verdorben, weil sie entweder physisch zerstört wurden oder nach überstandener Veränderung doch nicht dem gewünschten Klangideal entsprachen (weil es sich z.B. um ein hochgewölbtes Instrument handelte).

Solche Geigen werden heute gerne hergenommen um sie wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Man spricht dann oft von einer "zurückgebauten Geige". Natürlich bietet sich als dritte Möglichkeit der Erwerb einer neu gebauten Geige im alten Stil an. Hier haben wir verschiedene Vorteile zu bemerken: Es gibt sie in einem weitgefächerten Preisspektrum (also auch für den kleineren Geldbeutel) und sie sind unbegrenzt erhältlich.

Versehen mit reinen Darmsaiten und gestrichen mit einem (nach außen gewölbten) Barockbogen, hat man mit relativ einfachen Mitteln die Möglichkeit, sich auf die Spuren alter Klangideale zu begeben und solche Musik neu zu erleben.

Wir laden den interessierten Musiker ein, sich auf unseren Seiten umzusehen und freuen uns darauf, Ihnen bei der Auswahl eines passenden Instrumentes oder Bogens behilflich sein zu dürfen.

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UNTERSCHIED BAROCKE UND MODERNE STREICHINSTRUMENTE

Eine oft gestellte Frage ist: worin besteht denn eigentlich der Unterschied zwischen Barockinstrumenten und den heutigen Instrumenten?

Nun, die Streichinstrumente früher besaßen nicht den starken, kräftigen Ton wie die heute, denn die statischen Verhältnisse innerhalb der Instrumente waren anders als jetzt. 

Ein kleiner Exkurs:

BAROCKVIOLINE

Die Barockvioline weicht in einigen Details von der heutigen Violine ab.

Sie hat einen kürzeren und dickeren Hals, der mit dem Geigenkorpus einen kleineren Winkel bildet. Hierdurch wird die Saitenspannung auf den Steg etwas geringer und so benötigt die Barockvioline einen kürzeren und dünneren Bassbalken und einen dünneren Stimmstock. Auch der Steg ist etwas niedriger und an der Oberseite weniger stark gekrümmt. Bis etwa 1700 wurden reine Darmsaiten benutzt; später auch silberumwickelte G-saiten.

Der Violinbogen war zwischen 1650 und 1750 meist gerade oder auch konvex gekrümmt und besaß eine flachere Spitze. Er war leichter als der heutige Bogen und mit weniger Haaren bespannt. die Bögen waren sehr unterschiedlich in Länge, Gewicht, Verjüngung der Stange und auch in dem verwendeten Material. Erst 1785 entwickelte Francois Tourte den modernen, konkav gekrümmten Bogen aus Fernambukholz. (Infos über heutige Bögen: hier)

Der Reiz der Barockvioline liegt in ihrem seidigen Klang, in der leichten Ansprache des Tones und der brillanten und mühelosen Artikulation schneller non legato-striche. Der nachgiebigere Bogen erleichtert zudem auch das zwei- und mehrstimmige Spiel.

Eine andere Bauweise erfordert natürlich auch eine andere Spielweise und Handhabung des Instruments. Auch die Grifftechnik ist etwas verändert.

BAROCKCELLO

Dieses Instrument hat dieselben Veränderungen mitgemacht wie die Violine. Ein weiterer wichtiger Unterschied zum heutigen Cello besteht darin, dass es ohne Stachel gespielt wird und so wie eine Viola da gamba zwischen die Knie geklemmt wird.

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Barockbogen

Der Begriff „Barockbogen“ hat sich vor allem für Streichbögen aus der Zeit vor 1800 etabliert.

Eine genaue Form des Barockbogens kann man heute kaum bestimmen da zu den verschiedenen Stilen der Musik in Europa sehr unterschiedliche Bogenmodelle genutzt wurden.

Kurze Bögen waren im Laufe der Zeit den neuen musikalische Anforderungen nicht mehr gewachsen. 

Längere Bogen machen auch lang gezogene Bindebogen und kräftigeres Spiel möglich.

Die Gewichtsunterschiede bei Barockgeigenbögen im allgemeinen sind erheblich. Die leichteren (kurzen) Bögen fangen bei 35g an, leichte längere Bögen liegen bei 52g - ca. 58g. Im Vergleich hat ein moderner Geigenbogen zwischen 60g und 65g.

 

frühbarockes Modellbeispiel: Steckfroschmodell, Stange und Frosch aus Schlangenholz,
für Geige und Diskantgambe, Biegung der Stange konvex

verschiedene Biegungen möglich: konkav oder im ungespannten Zustand gerade bis leicht konkav, gespannt konvex

barockes Modellbeispiel: Stange aus Fernambukholz, Frosch aus Mammut

spätbarockes Modellbeispiel: Stange und Frosch aus Schlangenholz,

geige-24-barockbogen

 

 

Klassikbogen / Übergangsbogen

Der Begriff "Klassikbogen" versucht Bogenmodelle Ende des 18. Jahrhunderts zu beschreiben. Die englische Bezeichnung "transitional bow" greift das wahre Wesen der Bögen auf: Streichbögen für die Übergangszeit von Barock zu Klassik (ca 1780-1820).

Bezeichnend für Bogen dieser Zeit ist ihre eindeutige Stangenbiegung nach innen, zu den Haaren.

Es gibt folgende Kopf- bzw. Spitzenformen

Streichbogenbeispiele des späten 18. und 19. Jahrhunderts:

Cramer-Form (auch Hammerkopf genannt). Berühmte Vorbilder für diese Kopfform sind Bögen von Eward Dodd und William Forster. Später: Cramer-Form (Hammerkopf) auch mit Kopfplatte. Berühmte Vorbilder für diese Kopfform sind Bögen von Mitgliedern der Dodd-Familie. "Französische" Kopfform (nach Francois Tourte) bis heute

geige-24-klassikbogen

 

 

gambenbogen

Ähnliche Fortschritte sind bei Gambenbögen zu verzeichnen. Oft finden sich große Unterschiede in der Länge und Biegung. Der Gambenbogen wird normalerweise im Untergriff gehalten. Daraus ergeben sich verschiedenartige Modelle. Es werden aber auch Cello-, Bratschen- bzw. Geigenbögen verwendet.

 

Wir arbeiten eng mit dem Bogenbauatelier Dörfler zusammen. Die Bogenbaumeisterfamilie Dörfler stellt seit 4 Generationen Streichbögen in meisterlicher Handarbeit her. Seit Jahren werden in der Bogenbaumeisterwerkstatt Bögen nach historischen Vorbildern geschaffen. Sie gegründen sich auf historischen Beispiele aus den 17., 18.  Jahrhundert. Kunstvolles Design, hervorragendes handwerkliches Können und die Auswahl der hochwertigen Materialen basieren auf vielen Jahren der Erfahrung.

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Kolophonium

Seinen Namen erhielt das Kolophonium von seinem Ursprungsort Kolophon im antiken Kleinasien. Es galt als Heilmittel und wurde auch in der Zauberkunst eingesetzt. Aus dem balsamartigen Naturharz, aus dem Stamm der Kiefer, Tanne und Fichte, wird durch Destillation Terpentinöl gewonnen. Rückstände wie Harz, Säuren und Wasser werden bis zur Verdunstung des Wassers erhitzt, so dass sich Verunreinigungen absetzen und das reine Harz abgeschöpft werden kann.

Das reine Harz wird erneut erhitzt und durch Zusätze, die von jedem Hersteller streng geheim gehalten werden, veredelt.

Der Unterschied der verschiedenen Kolophonium-Sorten liegt sowohl in der Auswahl des Rohmaterials -  es gibt über 100 Kiefernarten speziell für die Herstellung von Kolophonium - als auch in der Vielzahl der Zusätze.

Kolophonium verbessert die Griffigkeit der Bogenhaare auf den Saiten. Eine dünne Schicht Kolophonium schließt die Unebenheiten auf der Oberfläche jedes einzelnen Haares. Die Haftkraft erhöht sich und der Bogen läßt sich geschmeidig führen.

Musiker wählen ihr Kolophonium individuell, wobei Stahlsaiten eine niedrigere, Kunstoffsaiten eine mittlere und Darmsaiten eine höhere Haftkraft benötigen.

Gutes Kolophonium sollte möglichst spröde und durchsichtig sein und sich leicht in weißlichen Staub zerreiben lassen, wobei es nicht klebrig sein darf.

Vor Anwendung einer neuen Kolophonium-Marke sollten die Bogenhaare gründlich gereinigt werden. Danach können 10-12 Striche aufgetragen werden; 6-7 Strich sind bei bereits kolophonierten Bezug ausreichend. Pulverisiertes Kolophonium wird neuen Bezügen mit Hilfe einer Bürste zwischen die Haare gerieben.

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