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FAQ
Tipps
für Eltern
Mein Kind will Geige lernen
- was nun?
| Die meisten wissen irgend etwas
zum Thema Geige beizutragen. Kein Wunder, ist es ja auch das Instrument in
unserem Kulturraum mit der erstaunlichsten Geschichte. Auch was die Preis
betrifft, die manche Geigen erzielen ist man durch die Medien informiert.
Werden doch "Stradivaris" in Millionenhöhe gehandelt.
Aber was bedeutet das nun für mich bzw. den
jungen Schüler? Welches Instrument ist für ihn geeignet? Wieviel sollte man
ausgeben? Wieviel muss man investieren?
Zunächst einmal sollte man mit dem weit
verbreiteten Irrtum aufräumen, dass ein schöner Geigenton in erster Linie
vom Instrument abhängig ist. Tatsache ist, dass der Ton in erster Linie vom
Spieler und seinen (gut ausgebildeten Fähigkeiten) abhängt.
Welchen Anforderungen sollte demnach eine
Schülergeige erfüllen? Nun, in erster Linie, darf sie den Bemühungen des
Lehrers und Schülers keinen Widerstand leisten. Das heißt, der Schüler
sollte keine unnötige Energie damit verschwenden müssen, die Hemmnisse
seines (ungeeigneten) Instrumentes überwinden zu müssen.
Vielmehr sollte er seine ganze Kraft und
Aufmerksamkeit der Ausbildung seiner technischen und musikalischen
Fähigkeiten widmen können. Im Klartext heißt dies, die Geige sollte einfach
zu stimmen sein, die Stimmung gut halten und die Abmessungen (Mensuren) des
Instrumentes sollten der gängigen Norm entsprechen. Die Saiten müssen leicht
ansprechen und einen vollen Ton entwickeln. Überdies sollte sie solide
gebaut sein.
Was bedeutet das?
Zum einen sollte es sich nicht um ein
"gepresstes" Instrument handeln. Die Wölbungen der Decke und des Bodens sind
bei solide verarbeiteten Geigen ausgearbeitet. Das heißt mit Hobel und
Stemmeisen werden diese Wölbungen geschaffen. Man kann sich leicht
vorstellen, dass solche Instrumente von vornherein etwas mehr kosten, als
solche bei denen das Holz einfach mit Gewalt in diese Form gepresst wird.
Außerdem muss z. B. der Hals gerade eingebaut
sein, das Holz darf nicht in sich verworfen sein. Dazu ist es wieder nötig,
abgelagertes Holz zum Bau zu verwenden. Bitte bedenken Sie, dass Geigen, die
aus kaum abgelagerten Holz gebaut sind, später leicht Risse bekommen, sich
verwinden usw. Damit wird das Instrument wertlos, und man hat im Endeffekt
kein Geld gespart.
Es werden immer mehr Sets, bestehend aus
Geige, Bogen, Etui und Schulterstütze für unter 100 Euro angeboten. Bitte
bedenken Sie bei aller Verlockung ob des "günstigen" Angebotes, dass ein
vernünftiger Saitensatz schon ca. 50 Euro kostet. Sicher haben diese
Billig-Sets eine gewisse Berechtigung, z. B. um mal eben auszuprobieren ob
man sich überhaupt dem Geigenspiel widmen will usw., aber auf eine
Dauerlösung ist diese Wahl nicht.
Bitte bedenken sie, dass sich diese
Verarbeitungsdetails stets auf die Spielbarkeit des Instrumentes auswirken
und damit direkt auf den Lernerfolg ihres Kindes.
Was hat es mit Mensuren auf sich?
Mensuren sind die Maße, nach denen das
Instrument gebaut wurde. Heute sind diese recht einheitlich und erleichtern
dadurch das Erlernen einer guten Intonation auf der Geige. Daher sollten sie
bei einer guten Schülergeige ziemlich exakt eingehalten sein.
Hier einige Beispiele (bezogen auf eine
4/4-Geige):
Die schwingende Saitenlänge (vom Obersattel
bis zum Steg) sollte 32,5 cm sein. Der Korpus sollte ca. 35,5 – max. 36 cm
lang sein. Die Höhe des Steges (an der höchsten Stelle) sollte 3,2 bis 3,4
cm sein. Der Abstand des Griffbrettes zur Decke (am untere Ende des
Griffbrettes) sollte 2,0 – 2,2 cm sein.
An dieser Stelle scheint es angebracht zu
sein auf die Frage einzugehen: Soll ich mich für ein neues oder ein altes
Instrument entscheiden? Mit alten Instrumenten sind nicht etwa neu gebaute
aber "gebrauchte" Geigen gemeint, sondern 30 – 150 Jahre alte Instrumente.
Abgesehen von dem Reiz, den alte Instrumente
oft ausüben, sollte man hier genau die gleichen Maßstäbe ansetzen, wie eben
aufgezeigt. Also auch hier ist auf die Mensur, die Stimmbarkeit usw. zu
achten. Findet man eine alte Geige, die all diese Anforderungen erfüllt,
dann kann es durchaus sein, dass man mit ihr sehr gut bedient ist.
Allerdings ist der Suchaufwand und meist auch der Anschaffungspreis höher.
Letztlich kommt es für den Schüler nicht so sehr darauf an. Wichtig ist,
dass das Instrument grundsätzlich in Ordnung ist und den genannten
Anforderungen entspricht.
Das Tonpotential des Instrumentes ist am
Anfang von nicht allzu großer Bedeutung, wiewohl natürlich eine schlecht
eingestellte Geige, die schrill klingt oder schlecht anspricht, nicht gerade
zur Freude und damit zur Motivation beiträgt.
Besondere Aufmerksamkeit sollte man dem Bogen
widmen. Er ist das Bindeglied zwischen Arm (Körper) und Instrument. Mit dem
Erwerb eines absoluten Billigbogens hätte man an der falschen Stelle
gespart. Die wichtigsten Eigenschaften eines guten Bogens sind: Spannkraft,
Flexibilität und gute Balance. All das erleichtert das Violinspiel bzw.
macht es erst möglich. Da die Bewegungsabläufe beim Geigen schon komplex
genug sind, sollten sie nicht durch einen unzureichenden Bogen behindert
werden.
Auch der Wahl der Saiten muss Aufmerksamkeit
geschenkt werden. Mit Stahlsaiten wie sie oft auf Billiggeigen zum Einsatz
kommen kann einem die Freude am Spiel vergällt werden. Zum einen sind sie
schwieriger zu stimmen, zum anderen erwecken sie den Eindruck, man muss
Kraft und Druck ausüben, um eine Tonverbesserung zu erzielen. Es gibt heute
eine Reihe moderner Saiten, die sowohl von der Leichtigkeit und
Effektivität, sowie vom Stimmverhalten und vom Ton her sehr befriedigende
Leistungen bringen.
Für einen solchen Saitensatz sollte man je
nachdem 20 - 70 Euro einplanen. Wenn man ein Set ersteht sollte man nicht
unbedingt die bereits aufgezogenen Saiten akzeptieren. Empfehlenswerte
Saiten sind z. B. Pirastro Tonica oder Dominant Saiten. Diese haben ein
gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
Zum Schluss dieser kleinen Abhandlung noch
eine grundsätzliche Anmerkung:
Wenn man bei Geigen auf Qualität achtet,
sollte man sich immer vor Augen führen, dass bereits e i n minderwertiges
Glied in der Kette (z. B. unbrauchbare Saiten) alle andere positiven
Qualitäten (z. B. gutes Instrument, guter Bogen) wieder neutralisieren
mindestens jedoch beeinträchtigen können.
Deshalb ist es so wichtig, die Dinge im
Ganzen zu betrachten und ihnen in ihrem Wechselspiel Aufmerksamkeit zu
schenken.
Die Entscheidung, 80 Euro oder mehr als 400
Euro auszugeben, mag nicht einfach sein und kann Ihnen auch niemand
abnehmen. Aber wenn Sie es Ihrem Kind ermöglichen, mit Freude Violine zu
lernen, wird es ein Leben lang Musik als Begleiter haben, denn die
Faszination auf vier Saiten einen ganzen Kosmos an Gefühlen ausdrücken zu
können ist groß und eine herrliche Abwechslung in unserer technisierten
Welt.
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Welche Instrumentengrösse für welches Alter?- wichtige masse
|
|
Größe |
Alter in Jahren* |
Bogenlänge (ohne
Endschraube) in cm* |
Korpuslänge des Instrumentes
in cm* |
| Violine |
1/32 |
|
- |
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| |
1/16 |
4 |
43,3 |
|
| |
1/10 |
|
46,3 |
|
| |
1/8 |
5-6 |
49,3 |
|
| |
1/4 |
6-8 |
55,3 |
27,5-29,5 |
| |
1/2 |
8-10 |
61,3 |
31,5-33,5 |
| |
3/4 |
11-12 |
67,3 |
33-35 |
| |
4/4 |
ab 12/13 |
73,3 |
35-36 |
| |
|
|
|
|
| Viola |
|
|
74,3 |
|
| |
|
|
|
|
| Cello |
1/16 |
|
48,5 |
|
| |
1/8 |
|
53,5 |
|
| |
1/4 |
8-9 |
58,5 |
58,0 |
| |
1/2 |
|
61,7 |
65,0 |
| |
3/4 |
10-11 |
67,3 |
69,0 |
| |
4/4 |
|
71,0 |
76,0 |
| |
|
|
|
|
|
Kontrabass
dt.
Modell |
1/4 |
|
69,0 |
|
| |
1/2 |
|
71,8 |
|
| |
3/4 |
|
74,7 |
|
| |
4/4 |
|
78,0 |
|
* alle Werte erheben keinen Anspruch auf
Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es sind lediglich Richtlwerte, die aus
jahrelanger Erfahrung gewonnen wurden. |
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Der Streichinstrumentensteg
Der Steg hat entscheidenden Einfluss auf den
Klang des Instrumentes. Er ist mehr als ein Stück Holz. Der Steg muss
individuell dem Griffbrett, der Wölbung, der Instrumentenart und der Spielerart
des Musikers angepasst sein, um die idealen Voraussetzung für Spieler und Klang
zu schaffen. Die Höhe, die Stärke und die Art des Holz spielt eine Rolle, da der
Steg den Klang direkt auf die Decke überträgt.
Der Steg sollte ab und zu gerichtet werden. Die
Saiten sollten sich nicht zu tief in den Steg einschneiden. Sonst kann eine
schlechte Ansprache die Folge sein.
Stegrohlinge und Bearbeitungswerkzeug finden Sie
in unserem eBay-Shop
Mit
folgenden wenigen Handgriffen können Sie den Steg platzieren:
1. Drehen
Sie den Steg so, dass die höhere Seite links ist.
2.
Lockern Sie bitte die Saiten so, dass genügend Spielraum vorhanden ist, den Steg
aufzustellen. Nehmen Sie nun die Geige so, dass der Wirbelkasten oben ist.
3.
Setzten Sie den Steg auf der Höhe der F-Lochkerben auf.
4. Nun
die Saiten vorsichtig spannen. Bitte dabei darauf achten, dass der Steg gerade
stehen
bleibt
und auch nicht in sich verbogen wird. Gegebenenfalls den Steg etwas aufrichten.
5. Nun
können Sie die endgültige Stimmung der Saiten vornehmen.

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echt oder falsch?
Alte Streichinstrumente – wohl kaum ein Streicher kann sich dem Reiz
entziehen, den sie ausüben. Sie inspirieren die eigene Spielweise und
erfreuen das Ohr.
Die Bäume, aus denen die Violinen entstanden,
wuchsen vielleicht gerade, als Johannes Gutenberg den Buchdruck erfand oder
als Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzte.
Von einem verständigen Geigenbauer beurteilt
und für gut befunden, wurde das Holz jahrelang – oft jahrzehntelang –
gelagert. Manchmal von Generation zu Generation weitergegeben, bis es
schließlich zu einer Violine geformt wurde.
Kein Wunder also, dass dieses knappe Gut
alter Instrumente heute begehrt und hoch gehandelt wird.
Man steht nun vor dem Problem, das passende
Instrument auszuwählen. Wie es im Preis – Leistung - Verhältnis zu
beurteilen und auf Echtheit zu prüfen ist.
Fangen wir mit der Echtheit an. Was ist echt?
Oder – was gilt heute als echt?
Zu der Zeit, als die Werke geschaffen wurde,
war es dem Erbauer meist gar nicht so wichtig, seinen Namen in Form eines
Zettels zu hinterlassen. Diesen Umstand kann man unter anderem daran
ablesen, dass bewusst Zettel mit Druckfehlern oder veralteten Jahreszahlen
verwendet wurden. Oft wurden auch die Zettel vom Vater übernommen und
aufgebraucht. Man fand es einfach nicht für nötig hier eine Korrektur
vorzunehmen, da man keinen besonderen Wert darauf legte. Eine Produkt -
Imagepflege, wie sie heute betrieben wird, war damals weitgehend unbekannt.
Erst später wurde immer mehr Wert auf die Authentizität eines Werkes, sei es
im Instrumentenbau oder in der Kunst, gelegt. Dies geht mit dem seit der
Französischen Revolution und der modernen Philosophie veränderten Denken und
dem damit verbundenen Stellenwert der Kunst und des Individuums einher.
Auch wurden die Instrumente damals, von
wenigen Ausnahmen abgesehen, bei weitem nicht so hoch gehandelt wie heute.
Als dann schließlich bestimmte Stars auftraten, wie z.B. Paganini, begann
die Nachfrage nach bestimmten "Marken", wie z. B. Guarneri. Dies trieb
natürlich im Laufe der Zeit den Preis in die Höhe. (interessanterweise waren
vor Paganini die Geigen der Guarneri gar nicht so begehrt. Manch ein
Straßenmusiker soll damals sogar eine gespielt haben).
Mit den steigenden Preisen kamen natürlich
auch handfeste materielle Interessen zum Vorschein. Ein Copyright im
heutigen Sinne gab es natürlich nicht. Ein Geigenzettel ist auch nicht
gerade schwer auszutauschen, nachzuahmen oder zu verfälschen und so war es
einem manchen nicht möglich, der Versuchung zu widerstehen, eine Guarneri
oder Stradivari "herzustellen".
Da die Instrumente oftmals schnell von Hand
zu Hand gingen, ist auch kaum mehr nachzuweisen, wer sie gebaut hatte.
Anders als bei Gemälden, die schon seit Jahrhunderten beispielsweise im
Vatikan sind – und dadurch eindeutig dem Künstler zuzuordnen sind, lassen
sich eben die Violinen, Celli und Violas nicht so einfach, wenn überhaupt,
bis zum Erschaffer zurückverfolgen.
Wie sollte es nun auch zu erklären sein, dass
heute nur ca. 30 altitalienische Geigenbauer durch ihre Werke populär oder
zumindest bekannt sind und sich die hunderte anderen nicht dieser
Beliebtheit erfreuen? Geschweige die Frage aufzuwerfen, wo deren Instrumente
geblieben sind.
Wir erwähnten bereits den Zettel. Man kann
ihm in aller Regel nicht vertrauen und dessen sollte man sich beim Kauf
einer alten Geige stets bewusst sein. Scherzhaft wurde schon gesagt, der
Zettel sage wenigstens schon mal aus, was es nicht ist.
Was ist also eine "echte" Geige? Nun das
kommt darauf an, in welchem Sinne man dieses "echt" gebrauchen möchte. Man
könnte natürlich sagen, echt ist sie dann, wenn sie mit Sicherheit einem
bestimmten Meister zugeordnet werden kann.
Dabei gilt zu berücksichtigen, dass auch ein
"echtes" Instrument, verfälscht sein kann. Nämlich dann, wenn es in
wesentlichen Teilen (Decke, Boden, Zargen, Lack und Schnecke) im Laufe der
Zeit bewusst oder unbewusst so verändert worden ist, dass man nun nicht mehr
guten Gewissens von einem Original sprechen kann.
So kommen wir vom Terminus Original
über Verfälschung zum Begriff Kopie. Hier müssen wir sehr
differenziert vorgehen. Die Schaffung einer Kopie als solches ist wertfrei
in Bezug auf Ehrlichkeit oder Betrug. Betrug wird es erst dann, wenn man sie
als "Original" verkaufen möchte.
Eine Kopie kann dabei vom Original kaum
unterscheidbar sein. Hierfür bekannt sind z. B. die Gebrüder Voller
(England). Sie fertigten eine Kopie einer Stradivari an, die von einer
ganzen Reihe Experten für echt gehalten wurde und auch entsprechende
Zertifikate bekam.
Die Vollers verkauften aber besagtes
Instrument als eine "Stradivari-Kopie. Es handelte sich also nicht um eine
Fälschung. Einige Zeit später tauchte diese Geige aber als eine mit
Expertisen von namhaften Experten versehene "Stradivari" auf dem Markt auf.
Aus der Kopie wurde eine Fälschung – vorgenommen durch irgendeinen
habgierigen Händler. Aufgeflogen ist dies nur, weil William Voller, der
eigentliche Hersteller eine Eidesstattliche Erklärung abgab, das er der
Erbauer dieser Sradivari – Kopie sei.
Also, aus einer Kopie wird erst dann
eine Fälschung, wenn sie als etwas verkauft wird, was sie nicht ist.
Der Begriff Kopie kann noch erweitert werden
– und zwar im Sinne einer Modellwahl. Es sind ja viele z. B. böhmische
Instrumente im Umlauf, die einen Stradivari Zettel haben. Diese im weitesten
Sinne Kopien, sind praktisch in Anlehnung eines sozusagen linienreinen
Originals gebaut worden.
Echte Originale, im Sinne epochaler
Weiterentwicklungen freilich gibt es nur wenige. Es waren dies insbesondere
die Werke der Amati, Stradivari, Guarneri und nicht zuletzt auch des großen
Tiroler Meisters, Jakob Stainers.
Viele Generationen betrachteten deren Werke
als Ideal, dem es nachzueifern galt. Natürlich nicht ohne ihren Violinen den
Stempel der Individualität der eigenen Stil- und Handwerkskunst aufzuprägen.
Dieser kleine Exkurs soll zeigen, wie wichtig
es ist, mit den Begriffen Original, Kopie, Verfälschung und Fälschung
vorsichtig und ehrlich umzugehen. Denn auch jede böhmische Fiedel eines
x-beliebigen Herstellers ist eben auch ein Original – eine original
böhmische Geige eben... |
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Der Streichbogen
Natürlich gibt sehr viel über die
verschiedenen Bögen für Violine, Viola, Cello und Kontrabass zu sagen.
Deshalb sollen hier einige wichtige Begriffe und Kenntnisse kurz vermittelt
werden.
Grundsätzlich sollte man bei der Auswahl
eines Bogens immer sorgsam vorgehen, da der Bogen gewissermaßen der Mittler
zwischen Musiker und Instrument ist.
Der Streichbogen gestattet dem Spieler die
sichere Ausführung der unterschiedlichsten Stricharten. Dies stellt hohe
Ansprüche an Elastizität, Flexibilität und Gewichtsverteilung der
Bogenstange.
Man bedenke auch, dass selbst der
Streichinstrumentenbogen als solches ein echtes kunsthandwerkliches
Meisterprodukt der Spitzenklasse sein kann und sich dafür natürlich auch
bereits ein echter Sammlerkreis gebildet hat.
Hohe Qualität eines Bogens kann durch
peinliche Sorgfalt in der Arbeit, sachkundige Materialauswahl und das
Beachten mathematischer Gesetzmäßigkeiten bei der Stärkedimensionierung der
Bogenstange garantiert werden.
Hier nun erst einmal ein kleiner Einstieg in
die "Bogenkunde": |
string bow
We have a lot to say about violin, viola,
cello and bass bows.
Please have a look at some enclosed terms.
Basically: Select your bow carfully! String
bow is the bridge between musician and instrument.
Bow assists to different bowing pattern.
Claims to elasticity, flexibility and good distribution of weight .
Please consider: string bow can be a great
master piece of art in top class.
Guarantee for high quality are special
diligence in bowmaking, carfully and competendly selection of material and
some mathematical principles.
Here are some terms:
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Die Stange des modernen 4/4 Violinbogens
beträgt gegenwärtig ca. 73 cm. Die Stangenlänge des Bratschenbogens liegt
etwas darüber und die des Cellobogens etwas darunter (bei ca. 70 cm).
Die Bogengewichte sind recht unterschiedlich
und werden vom Spieler individuell ausgesucht. Violinbögen liegen derzeit
oft zwischen 58-65g, Bratschenbögen um 70-75g und Cellobögen um 80-85g.
Wichtiger als das genaue Gewicht eines Bogens
ist für den Spieler, wie der Bogen ´in der Hand liegt´. Dazu sind vor allem
die Gewichtsverteilung über die Länge der Stange und die Lage des
Schwerpunktes verantwortlich.
Die Güte eines Bogens hängt wesentlich vom
Material ab, dessen Elastizität und Festigkeit sehr große Unterschiede
aufweisen kann!
Für die Herstellung der Bögen verwendet man
für alle besseren Qualitäten ausschließlich tropische Farbhölzer aus der
Familie Caesapinia, die vor allem aus Südamerika und Südostasien stammen.
Sie werden gemeinhin Brasilholz genannt. Die beste Sorte liefert die
Caesalpina crista (Fernambukholz/Pernambukholz).
Der Bogen besteht im wesentlichen aus drei
Teilen: Stange, Frosch und Bezug. Die Stange ist meist zur Aufnahme des
Frosches am unteren Ende achtkantig ausgebildet und behält diesen
Querschnitt (oder wird rund) während sie sich bis zum Kopf hin verjüngt.
Dabei verringert/verjüngt sich der Durchmesser der Stange nach bestimmten
Gesetzmäßigkeiten allmählich bis hin zur schmalsten Stelle, dem Hals.
Das kunsthandwerkliche Können des
Bogenmachers wird vor allem am Kopf des Bogens deutlich. Er kann ein echtes
Schmuckelement darstellen. Er ist die "persönliche Handschrift" des
Meisters, besonders was die makellose Form des fein gearbeiteten Kopfes und
deren ausgewogene Linienführung betrifft.
Für die Bewicklung ist Draht wegen der
besseren Haltbarkeit Gespinsten vorzuziehen. Hierbei wird oft Neusilber,
Silber oder Gold verwendet. Besonders dauerhaft sind Bewicklungen aus
Fischbein. Fischbein ist eine hornartige Substanz aus den Barten des Wales.
Der Frosch des Bogens wird in der Regel aus
Ebenholz gefertigt. Dieses sollte eine feine, fast porenlose Struktur und
eine tiefschwarze Farbe aufweisen. Der Frosch kann aber auch aus Elfenbein,
Büffelhorn, Bernstein, Schildpatt oder für billige Bögen auch aus
Ersatzstoffen gearbeitet sein. Der Frosch ist auf der Froschbahn an die
Stange montiert. Am hinteren Ende des Frosches befindet sich der
Knopf/Beinchen. Auch dieses kann kunstvoll verziert sein.
Bogenstangen sind im allgemeinen mit einer
dünnen Lackpolitur überzogen oder bleiben natur belassen, d.h. sie werden
nur geölt und geschliffen.
Der Bezug besteht aus ca. 150 ausgesuchten
Hengsthaaren. Häufig gespielte Bezüge verlieren mit der Zeit Haare, wodurch
sich die Stange verziehen kann - bitte rechtzeitig austauschen lassen.
Um die Elastizität und die
Spannung der Bogenstange zu erhalten wird der Bogen nach dem Spielen
abgespannt /entspannt. Man entspannt die Stange so weit, dass die Bogenhaare
weder straff sind noch lose hängen. Ein gutes Maß ist erreicht, wenn die
Haare "geordnet" sind.
Ab und zu wird die Bogenstange
nach dem Spiel mit einem trockenen, weichen Tuch gereinigt. Die Haare
sollten dabei nicht angefasst werden. Manchmal reißen ein paar Bogenhaare.
Das ist ein natürlicher Prozeß. Gerissene Haare werden abgeschnitten.
Bogenhaare nicht am Ende abreißen, da sich ansonsten die abgebundenen Haare
im Kästchen lösen können.
Je nach Spieldauer und
-intensität sollten die Bogenhaare ungefähr alle zwei Jahre ersetzt werden.
Berufsmusiker wechseln den Haarbezug jährlich.
Die Kopfplatte schützt den
Bogenkopf und übernimmt die Spannung vom Kopfkeil. Sollte die Kopfplatte
beschädigt sein, muss sie zum Schutz des Bogens ersetzt werden.
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Modern stick of violin bow (4/4) is approx. 73 cm (28,74
inch). Stick from Viola bow is a little bit longer and from cello bow a
little bit shorter (approx. 70 cm (27,56 inch).
Weight of bow is individually. Player can choose the
right weight for himself. Today violin bows weigh between 58-65g, viola
bows approx. 70-75g and cello bows approx. 80-85g.
Good and comfortable handling is of more importance than
weight. Good handling depends on balance and weight distribution and the
point of balance.
Quality of string bows depends on material. There are
important differences in elasticity and strength.
Bow maker use tropically color wood from family
Caesapina (South America, South Asia). This wood is called brazil wood.
Best kind of wood is pernambuco wood.
There are three constituents - stick, frog and hank of
hair.
Mostly stick is octagonal on the (frog) end. Then stick
goes strait to head.
Head shows the mastery by bowmaker master. It can be
really a juwel of brilliant achievement.
Head is the "sign" of master - especially the balanced
line.
Because of durability most bowmaker prefered wire for
winding. Often german silver (= nickle silver), sterling silver or gold
is used.
Frog is from ebony wood normally. Ebony wood should be
from fine structure and deep black color. Likewise frog can be from ivory,
buffalo horn, amber, tortoise shell or ( for low-quality bows) from
surrogate.
Mostly sticks are protected by varnish. Only some bows
keep natural. This bows only oiled and polished.
Hank of hair is from approx. 150 selected horse hairs.
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DER GEIGEN-BOGEN-BAUM
Was für Deutschland die Eiche ist, ist der Fernambukbaum
(Caesalpina echinata) für Brasilien.
Dabei ist er ein überraschend unscheinbares Gewächs von relativ
langsamen Wuchs.
Der Fernambukbaum (Caesalpina echinata) ist eine mittelgroße Baumart
aus der Familie der Leguminosea. In Brasilien wird dieser Baum Pao -
Brasil genannt. Diese Baumart ist fast über die ganze "Mata Atlantica",
den Atlantikwald von Brasilien verbreitet. Klima, Standort und natürlich
die Beschaffenheit des Bodens bestimmen das Wachstum des Baumes. Junge
Bäume bestehen überwiegend aus hellem Splintholz. Erst nach ca. 20 (!)
Jahren bildet sich das typische gelbe bis rotbraune Kernholz, das dann
schließlich im Bogenbau Verwendung findet.
Seine Verdienste um die Kunst und Kultur des Abendlandes sieht man
ihm nicht an. Seit den Tagen Tourtes (1746 - ca. 1807) ist Fernambuk aus
dem Bogenbau nicht mehr wegzudenken. Aufgrund der besonderen
Eigenschaften dieses Holzes eignet es sich hervorragend zu dieser
Verwendung. Es hierbei vor allem auf die Dichte des Materials und die
Stabilität an. Im Laufe der Zeit wurden verschiedenen heimische und
exotische Hölzer im Bogenbau verwendet. Doch überragend durchgesetzt hat
sich das Holz unter dem Namen Fernambuk oder Pernambuco.
Die Bogenbauer sind auf Pernambuco-Holz angewiesen, ein
gleichwertiges Austauschholz gibt es nicht. Kaum ein anderes Holz eignet
sich so gut für Bögen, und für gute Bögen wird kaum ein anderes Holz
verwendet - seit bald einem Vierteljahrtausend.
Von Anfang des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
wurde Fernambuk hauptsächlich wegen seiner roten Farbe nach Europa
gebracht. Im Bogenbau ist dieses Material ab Mitte des 18. Jahrhunderts
nachweisbar. Wie gesagt waren die Brüder Tourte mit die Ersten, die
davon regen Gebrauch machten, weil sie die besonderen Eigenschaften des
Holzes und deren Verwendung im Bogenbau erkannten.
Man kann sich vorstellen, dass damals eine riesige Auswahlmöglichkeit
an diesem Holz bestand - wurde es doch stämmeweise wegen seines
Farbstoffs importiert. Jedenfalls - nach relativ kurzer Zeit hatte das
Fernambuk bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts alle anderen Materialien
aus dem Bogenbau weitestgehend verdrängt. Es hat sich einerseits wegen
seiner Klangqualitäten (Schwingverhalten usw.) und durch seine
mechanischen und physikalischen Eigenschaften für Bogenstangen bestens
bewährt. Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert.
Die Gesamtheit seiner spezifischen Eigenschaften wie
- Festigkeit
- Flexibilität
- spezifisches Gewicht
- Haltung der Biegung
- und nicht zuletzt seine Schönheit
überzeugen Musiker auf der ganzen Erde.
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Was bringt mir ein Barockinstrument?
Die Musik des 16. und 17.
Jahrhunderts wurde meist bei Hofe oder –
falls es sich um geistliche Werke handelte – in Kirchen aufgeführt.
Überwiegend im kleinen Kreise, verglichen mit den heute üblichen
Konzertsälen. Zu diesem kleinen Kreis darf ebenso die Hausmusik gerechnet
werden.
Die Streichinstrumente der damaligen Zeit hatten aufgrund
ihrer Bauweise und Besaitung (reine Darmsaiten) eine Klangfarbe, die heute
nur noch selten zu hören ist. Oder doch wieder öfter – aber dazu später
mehr.
Die Komponisten der damaligen Zeit, wie Vivaldi, Bach oder
andere, waren selbst auch Instrumentalisten. Sie schufen also ihre Werke
wahrscheinlich im Bewusstsein des damaligen Instrumentenklanges. Den Reiz
nun, die Musik so zu erleben und/oder zu spielen, wie sie damals gedacht
wurde, veranlasst immer mehr Streicher auf historische Instrumente, seien es
alte, alte zurückgebaute oder im barocken Stil neu gebaute Geigen, Bratschen
und Celli zurückzugreifen.
Dieses Experiment kann in Verbindung mit einem
entsprechenden Bogen sehr aufschlussreich, faszinierend und lohnend sein.
Wie waren die Streichinstrumente nun damals beschaffen?
Augenfällige Unterschiede zur modernen Ausführung erschließen sich schon bei
äußerlicher Betrachtung. Der Hals z. B. einer Geige war kürzer; meist ebenso
das Griffbrett. Der Hals wurde in einem viel flacheren Winkel als heute
angebracht.
Daher stammen auch die typischen, keilförmigen
Lackabnutzungen auf der Violinunterseite – da das Instrument
"ausschaukelte".
Aber auch im Innern können wir Abweichungen feststellen.
So war der Bassbalken schwächer ausgelegt. Durch den flacheren Winkel des
Halses liefen die Saiten in einem flacheren Winkel über den folglich
niedrigeren Steg, sodass der Druck der Saiten auf die Decke nicht so stark
war. Außerdem verwendete man damals Darmsaiten (auch die E – Saite), die
wesentlich weniger Spannung aufwiesen wie heutige Saiten.
All das – der geringere Druck des Stegfußes auf die Decke,
sowie der kleinere Bassbalken – hatte zu Folge, das die Geigen des 16. / 17.
Jahrhunderts leiser, lieblich und zart klangen.
Wie kam man nun dazu, nach Jahrhunderten die Geige wieder
weiter zu entwickeln? Umwälzende politische Ereignisse liefern hierfür ein
Erklärungsmodell.
Wie Eingangs erwähnt, musizierte man in kleinerem Rahmen.
Als aber unter anderem durch die Französische Revolution ein neues Denken in
Europa entfesselt wurde, veränderte sich auch die musikalische
Aufführungspraxis. Musik war nun nicht mehr nur etwas, was bei Hofe, in
Kirchen oder als Hausmusik Verwendung fand. Musik nahm einen festen Platz in
der geistigen Erneuerung des Denkens vor allem auch des gewöhnlichen Volkes
ein. Die Religiosität und Schicksalsergebenheit wichen der Wissenschaft,
Bildung, Kunst und Kultur. So wurden prächtige, tempelähnliche Konzertsäle
gebaut in denen und durch die dem neuen Geist gefrönt wurde.
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Komponisten
schrieben Solowerke für Streichinstrumente und all
dies erforderte ganz salopp gesagt "lautere" Instrumente. So kam es dazu,
dass die Violine, wie wir sie heute kennen, in erster Linie eine
französische Weiterentwicklung war. Im Übrigen machte diese Veränderung der
Anforderungen auch vor den Streichbögen nicht halt. Es ist daher kein
Zufall, das der moderne Streichbogen von dem Franzosen Tourte entwickelt
wurde und das französische Bögen bis zum heutigen Tag die begehrtesten auf
der Welt sind.
Aber zurück zu unseren Instrumenten. Man fing nun an, alle
Geigen, Violas und Violoncelli deren man habhaft wurde umzubauen. Ein
längeres Griffbrett um den Tonräumen moderner Kompositionen gerecht zu
werden. Der Halswinkel wurde verändert, dadurch wurden die Stege höher und
somit auch der Druck auf die Decke, was eine bessere Anregung des
Klangkörpers zur Folge hatte, sowie die Verwendung größerer und stärkerer
Bassbalken. Spätestens von dieser Zeit an waren die flachen Instrumente
bevorzugt. Sie ließen sich leichter anpassen und kamen aufgrund ihrer
Bauweise dem neuen Tonideal näher. Außerdem waren sie robuster und somit in
noch größerer Zahl vorhanden.
Diese Entwicklung führte zu den Streichinstrumenten, wie
wir sie heute kennen und lieben. Mit diesem Klangideal wurde nun auch die
Musik des 16./ 17. Jahrhunderts gespielt. Und die feinen Nuancen und
Schönheit der barocken Klangwelt gerieten weitgehend in Vergessenheit.
Durch eine immer stärker werdenden Tendenz der
Rückbesinnung auf die Schönheit, Geistigkeit und Tiefe alter Musik, kommt es
nun, dass das Musizieren auf Barockinstrumenten immer mehr Freunde gewinnt.
Alte, unveränderte Geigen sind jedoch nur sehr selten
erhältlich und meist sehr teuer. Zurückgebaute Instrumente schon eher. Was
versteht man unter zurückgebauten Instrumenten? Wie schon erwähnt, wurde
Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts alles an Geigen umgebaut was nicht
niet- und nagelfest war. Natürlich wurden dadurch etliche gute Stücke
verdorben, weil sie entweder physisch zerstört wurden oder nach
überstandener Veränderung doch nicht dem gewünschten Klangideal entsprachen
(weil es sich z.B. um ein hochgewölbtes Instrument handelte).
Solche Geigen werden heute gerne hergenommen um sie wieder
in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Man spricht dann oft von einer
"zurückgebauten Geige". Natürlich bietet sich als dritte Möglichkeit der
Erwerb einer neu gebauten Geige im alten Stil an. Hier haben wir
verschiedene Vorteile zu bemerken: Es gibt sie in einem weitgefächerten
Preisspektrum (also auch für den kleineren Geldbeutel) und sie sind
unbegrenzt erhältlich.
Versehen mit reinen Darmsaiten und gestrichen mit einem
(nach außen gewölbten) Barockbogen, hat man mit relativ einfachen Mitteln
die Möglichkeit, sich auf die Spuren alter Klangideale zu begeben und solche
Musik neu zu erleben.
Wir laden den interessierten Musiker ein, sich auf unseren
Seiten umzusehen und freuen uns darauf, Ihnen bei der Auswahl eines
passenden Instrumentes oder Bogens behilflich sein zu dürfen. |
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Eine oft gestellte Frage ist: worin besteht
denn eigentlich der Unterschied zwischen Barockinstrumenten und den heutigen
Instrumenten?
Nun, die Streichinstrumente früher besaßen
nicht den starken, kräftigen Ton wie die heute, denn die statischen
Verhältnisse innerhalb der Instrumente waren anders als jetzt.
Ein kleiner Exkurs:
BAROCKVIOLINE
Die Barockvioline weicht in
einigen Details von der heutigen Violine ab.
Sie hat einen kürzeren und
dickeren Hals, der mit dem Geigenkorpus einen kleineren Winkel bildet.
Hierdurch wird die Saitenspannung auf den Steg etwas geringer und so
benötigt die Barockvioline einen kürzeren und dünneren Bassbalken und einen
dünneren Stimmstock. Auch der Steg ist etwas niedriger und an der Oberseite
weniger stark gekrümmt. Bis etwa 1700 wurden reine Darmsaiten benutzt;
später auch silberumwickelte G-saiten.
Der Violinbogen war zwischen 1650 und 1750
meist gerade oder auch konvex gekrümmt und besaß eine flachere Spitze. Er
war leichter als der heutige Bogen und mit weniger Haaren bespannt. die
Bögen waren sehr unterschiedlich in Länge, Gewicht, Verjüngung der Stange
und auch in dem verwendeten Material. Erst 1785 entwickelte Francois Tourte
den modernen, konkav gekrümmten Bogen aus Fernambukholz. (Infos über heutige
Bögen:
hier)
Der Reiz der Barockvioline liegt in ihrem
seidigen Klang, in der leichten Ansprache des Tones und der brillanten und
mühelosen Artikulation schneller non legato-striche. Der nachgiebigere Bogen
erleichtert zudem auch das zwei- und mehrstimmige Spiel.
Eine andere Bauweise erfordert natürlich auch
eine andere Spielweise und Handhabung des Instruments. Auch die Grifftechnik
ist etwas verändert.
BAROCKCELLO
Dieses Instrument hat dieselben
Veränderungen mitgemacht wie die Violine. Ein weiterer wichtiger Unterschied
zum heutigen Cello besteht darin, dass es ohne Stachel gespielt wird und so
wie eine Viola da gamba zwischen die Knie geklemmt wird.
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Barockbogen
Der Begriff
„Barockbogen“ hat sich vor allem für Streichbögen aus der Zeit vor 1800
etabliert.
Eine genaue Form des Barockbogens kann man heute
kaum bestimmen da zu den verschiedenen Stilen der Musik in Europa sehr
unterschiedliche Bogenmodelle genutzt wurden.
Kurze Bögen waren im Laufe der Zeit den neuen
musikalische Anforderungen nicht mehr gewachsen.
Längere Bogen machen auch lang gezogene
Bindebogen und kräftigeres Spiel möglich.
Die Gewichtsunterschiede bei Barockgeigenbögen im
allgemeinen sind erheblich. Die leichteren (kurzen) Bögen fangen bei 35g an,
leichte längere Bögen liegen bei 52g - ca. 58g. Im Vergleich hat ein moderner
Geigenbogen zwischen 60g und 65g.
frühbarockes Modellbeispiel:
Steckfroschmodell, Stange und Frosch aus Schlangenholz,
für Geige und Diskantgambe, Biegung der Stange konvex
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verschiedene
Biegungen möglich: konkav oder im ungespannten Zustand gerade bis leicht
konkav, gespannt konvex
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barockes Modellbeispiel: Stange aus Fernambukholz,
Frosch aus Mammut |
spätbarockes Modellbeispiel: Stange und Frosch aus
Schlangenholz, |
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Klassikbogen /
Übergangsbogen
Der Begriff "Klassikbogen" versucht Bogenmodelle
Ende des 18. Jahrhunderts zu beschreiben. Die englische Bezeichnung "transitional
bow" greift das wahre Wesen der Bögen auf: Streichbögen für die Übergangszeit
von Barock zu Klassik (ca 1780-1820).
Bezeichnend für Bogen dieser Zeit ist ihre
eindeutige Stangenbiegung nach innen, zu den Haaren.
Es gibt folgende Kopf- bzw. Spitzenformen
Streichbogenbeispiele des späten 18. und 19.
Jahrhunderts:
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Cramer-Form (auch Hammerkopf genannt). Berühmte Vorbilder für diese
Kopfform sind Bögen von Eward Dodd und William Forster. |
Später: Cramer-Form (Hammerkopf) auch mit Kopfplatte. Berühmte Vorbilder
für diese Kopfform sind Bögen von Mitgliedern der Dodd-Familie. |
"Französische" Kopfform (nach Francois Tourte) bis heute |
gambenbogen
Ähnliche Fortschritte sind bei Gambenbögen zu
verzeichnen. Oft finden sich große Unterschiede in der Länge und Biegung. Der
Gambenbogen wird normalerweise im Untergriff gehalten. Daraus ergeben sich
verschiedenartige Modelle. Es werden aber auch Cello-, Bratschen- bzw.
Geigenbögen verwendet.
Wir arbeiten eng mit dem
Bogenbauatelier Dörfler zusammen. Die Bogenbaumeisterfamilie Dörfler stellt seit
4 Generationen Streichbögen in meisterlicher Handarbeit her. Seit Jahren werden
in der Bogenbaumeisterwerkstatt Bögen nach historischen Vorbildern geschaffen.
Sie gegründen sich auf historischen Beispiele aus den 17., 18. Jahrhundert.
Kunstvolles Design, hervorragendes handwerkliches Können und die Auswahl der
hochwertigen Materialen basieren auf vielen Jahren der Erfahrung.
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Kolophonium
Seinen Namen erhielt das
Kolophonium von seinem Ursprungsort Kolophon im antiken Kleinasien. Es galt
als Heilmittel und wurde auch in der Zauberkunst eingesetzt. Aus dem
balsamartigen Naturharz, aus dem Stamm der Kiefer, Tanne und Fichte, wird
durch Destillation Terpentinöl gewonnen. Rückstände wie Harz, Säuren und
Wasser werden bis zur Verdunstung des Wassers erhitzt, so dass sich
Verunreinigungen absetzen und das reine Harz abgeschöpft werden kann.
Das reine Harz wird erneut
erhitzt und durch Zusätze, die von jedem Hersteller streng geheim gehalten
werden, veredelt.
Der Unterschied der
verschiedenen Kolophonium-Sorten liegt sowohl in der Auswahl des
Rohmaterials - es gibt über 100 Kiefernarten speziell für die Herstellung
von Kolophonium - als auch in der Vielzahl der Zusätze.
Kolophonium verbessert die
Griffigkeit der Bogenhaare auf den Saiten. Eine dünne Schicht Kolophonium
schließt die Unebenheiten auf der Oberfläche jedes einzelnen Haares. Die
Haftkraft erhöht sich und der Bogen läßt sich geschmeidig führen.
Musiker wählen ihr Kolophonium
individuell, wobei Stahlsaiten eine niedrigere, Kunstoffsaiten eine mittlere
und Darmsaiten eine höhere Haftkraft benötigen.
Gutes Kolophonium sollte
möglichst spröde und durchsichtig sein und sich leicht in weißlichen Staub
zerreiben lassen, wobei es nicht klebrig sein darf.
Vor Anwendung einer neuen
Kolophonium-Marke sollten die Bogenhaare gründlich gereinigt werden. Danach
können 10-12 Striche aufgetragen werden; 6-7 Strich sind bei bereits
kolophonierten Bezug ausreichend. Pulverisiertes Kolophonium wird neuen
Bezügen mit Hilfe einer Bürste zwischen die Haare gerieben.
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