Bewertungsrichtlinien für Schellackplatten
Um einen Spielzustand von Schellackplatten zu ermitteln, kann man nicht die Kriterien aus dem Vinylbereich heranziehen und deren Bewertungsabkürzungen. Diese Bewertungen heben sich eindeutig voneinander ab. So kommt es, daß sich für die unterschiedlichen Plattenarten (45er und 33er hin zu 78er) verschiedene Bewertungssysteme herausgebildet haben.
Oberflächliche Gebrauchsspuren gehören zum Beispiel bei einer Schellackplatte zum Normalbild. Auch, daß Schellackplatten mit der Stahlnadel gespielt wurden, war an der Tagesordnung. Auflagegewicht der Schalldose von ca. 120 - 170 g war Normalzustand. Daraus resultierte natürlich eine Abnutzung der Schallackplattenrille, wodurch das bekannte Schellackrauschen unter anderem entstand.
VINYL-Platten haben andere Maßstäbe und andere Anforderungen allein schon aufgrund des jüngeren Alters, der Aufnahmetechnik sowie der Abspielung. Oberflächliche Spuren stellen bei einer Single schon einen erheblichen Mangel dar.
Nachfolgend unsere Abkürzungen für den Erhaltungszustand für Schellackplatten, die nicht nur optisch geprüft wurden, sondern auch akustisch auf einem elektrischen Lenko-Plattenspieler:
N - neuwertig, nicht nachweisbar und von uns nicht verwendet
E+ - neuwertige Erhaltung nur bei Nachkriegsplatten verwendet
E - sehr gut, für uns die beste Erhaltung,d. bei Vorkriegsschellacks vergeben wird
E- - gut bis sehr gut, nur leichte Oberflächenspuren, die kaum hörbar sind
E-- - etwas schlechter wie E-
V++ - etwas besser wie V+
V+ - bespielt,leicht stärkeres Grundrauschen,Knistern,mittlere hörbare Nebengeräusche einige graue Rillen
V - stark bespielt,Knistern,stärkeres Grundrauschen,graue Rillen
V- - stärker bespielt,Musik gerade noch hörbar,deutliche Klangbeeinträchtigung |